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Populismus in Ost- und Südostasien. Auf der Suche nach einem Phänomen

Panel organised by: Axel Klein (University Duisburg-Essen)

2021@dga-conference.de

Panel topic

Populismus in Ost- und Südostasien

Panel description

Während Populismusforschung zahlreiche Untersuchungsobjekte in Europa, Lateinamerika und der anglosächsischen Welt unter die Lupe nimmt, sind die demokratischen Staaten in Ost- und Südostasien bisher deutlich weniger zum Gegenstand einschlägiger Studien geworden. In „The Oxford Handbook of Populism“ (2017) beispielsweise wird Japan, Südkorea und Taiwan nur in wenigen Zeilen Aufmerksamkeit geschenkt, während die Region Südostasien auf je zwei Seiten in beinahe lexikalischer Kürze durch Texte zu Joseph Estrada (Philippinen), Thaksin Shinawatra (Thailand) und Prabowo Subianto (Indonesien) vertreten ist, drei Politikern, von denen heute nur noch Prabowo (als Verteidigungsminister) ein politisches Amt bekleidet.

Die Frage, warum diese Region so wenig Aufmerksamkeit erhält, ließe sich zu Recht mit dem Hinweis auf das Fehlen erfolgreicher politischer Akteure begründen, die eine größere Ähnlichkeit zu Parteien wie der AfD, Lega Nord, Rassemblement National oder Politikern wie Berlusconi, Trump, Chávez oder Correa aufweisen. Doch lässt sich in den Demokratien der Region trotzdem – oft auf nationale Publikationen beschränkt oder von lokalen AutorInnen verfasst – Kategorisierungen von PolitikerInnen des Landes als populistisch finden. Warum übersieht die (vergleichende) Politikwissenschaft diese „Populisten (Süd-) Ostasiens“ weitgehend? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, soll es in diesem Panel deshalb um eine Bestandsaufnahme populistischer Phänomene in den Demokratien der Region gehen und dabei zunächst herausgearbeitet werden, wie Populismus im öffentlichen, aber auch politikwissenschaftlichen Diskurs verstanden wird. Wieweit stimmen die als Populisten kategorisiertenAkteure, ihre Programmatik und Rhetorik mit den beiden dominanten Populismuskonzepten (ideational, political-strategic) überein und wie (un-)reflektiert wird bei der Kategorisierung als populistisch die nationale politische Kultur als Referenzrahmen zugrunde gelegt? Mit Antworten auf diese Fragen sollen dann in einer gemeinsamen Diskussion (1) Indizien für ein (süd)ostasiatisches Populismusverständnis gesucht sowie (2) die Annahme überprüft werden, dass Demokratien in der Region aufgrund ihrer politischen Kultur gegen das Entstehen von populistischen Parteien immun sind. Beiträge für dieses Panel sollten folglich in Form einer Länderstudie eine Bestandsaufnahme der in den letzten Jahren als „populistisch“ diskutierten Akteure, eine Darstellung des nationalen Populismusverständnisses (sowohl im öffentlichen als auch wissenschaftlichen Diskurs) sowie einen Abgleich dieser Phänomene mit den beiden dominanten Populismuskonzeptionen leisten können.

Der Panel benötigt keine „discussants“. Einen „chair“ werden wir nach Annahme des Vorschlags und Festlegung der Präsentationen aus dem Kreis derjenigen KollegInnen rekrutieren, die an der UDE zu Populismus arbeiten.

Paper proposal

 
  • By submitting the above panel proposal I authorise the German Association for Asian Studies (DGA) and the conference organisers to store, process and publish my personal data collected in the above paper proposal form for the purpose of preparing, organising and documenting the German Association for Asian Studies’ (DGA) biannual Conference on Contemporary Asia 2019 (“the conference”) and as far as necessary for the fulfilment of the statuary purpose of the association (§ 2 DGA statutes). At the same time I agree that my participation in the conference may be recorded audio-visually and that this material may be published within the context of reporting on the conference in printed materials as well as online. The DGA and the conference organisers will store and process all personal data in accordance with the EU General Data Protection Regulation.
 

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